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Schöner Leben mit ... reindeer Section!
 
Eine Schule für alle
Bildungspolitische Grundsätze

Bildung als Zukunftsfrage

 

Schule soll zwei Dinge leisten: sie soll erstens jungen Menschen Wissen und Fähigkeiten mit auf den Weg geben und sie in ihrer Entwicklung unterstützen. Zweitens soll sie dieses allen Schülerinnen und Schülern ermöglichen. Der Zugang zu Bildung ist eine der wichtigsten sozialen Fragen, die wir zu beantworten haben. Wir dürfen keinen zurück lassen, sondern müssen jeden jungen Menschen von der Kita an nach seinen Stärken und Schwächen fördern, damit er sein Leben in Mündigkeit gestalten und an der Gestaltung der Gesellschaft aktiv teilhaben kann. Wer frei denkende Menschen erziehen will, muss sie in einer freieren Entwicklung individuell unterstützen. Der Erfolg einer jeden Schule steht und fällt mit der Qualität der Lehr- und Lernprozesse- wir müssen im Sinne von zukunftsfähiger Bildung also die Lernkultur in unseren Schulen verändern und die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Um Schule erfolgreich zu machen, müssen wir sie umdenken. Sie muss Heranwachsende in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellen, um jedem einzelnen die Kompetenzen zu geben, die er braucht. Das bedeutet ein Weggehen von auf die Interessen des Lehrers zentrierter allgemeiner Vermittlung von Fakten hin zur Förderung von Individuen. 

 

I. Bildung gerecht machen

 

Unentgeltlicher Zugang - von der Kita bis zur Uni

Wir sehen Bildung als Recht eines jeden Menschen und als öffentliches Gut, das jedem zu seiner eigenen Entwicklung und der Entwicklung der Gesellschaft zur Verfügung stehen sollte. Das gilt besonders auch für die frühkindliche Bildung, die für die Schaffung von Chancengerechtigkeit von besonderer Bedeutung ist. Daher sind Kita-Gebühren und Zugangskriterien ebenso abzulehnen wie Schulgelder, Studiengebühren und andere Finanzierungsmodelle, die den Zugang zu Bildung erschweren. Wir halten Bildung für ein öffentliches Gut und meinen, es sollte also auch öffentlich finanziert werden. 

Längeres gemeinsames Lernen

Kinder sind nicht besser oder schlechter als andere und dürfen also auch nicht auf die entsprechenden Schularten verteilt werden. Das gegliederte Schulsystem hat seine Existenzberechtigung gänzlich verloren, seit bekannt ist, dass es zur individuellen Förderung nicht beiträgt, sondern im Gegensatz soziale Unterschiede verschärft. Aber jedes Kind hat ein Recht auf Bildung, egal in welcher Familie es geboren ist. Schule hat die Aufgabe, für Chancengerechtigkeit zu sorgen. Schule soll nicht alle gleich, sondern jeden individuell behandeln. So soll innerhalb einer Schule für alle differenzierte Förderung nach den individuellen Stärken und Schwächen des einzelnen erfolgen, dafür kann Unterschiedlichkeit als Reichtum genutzt werden. Nach einer gemeinsamen Lernzeit von acht Jahren soll sich jeder und jede für eine berufsbezogene oder eine gymnasiale Vertiefung entscheiden können. 

 

II. Qualität durch Lernkultur

Wer gerne lernt, lernt gut.

 

Individuell fördern

Kinder kommen mit unterschiedlichem Hintergrund zur Schule, die einen kennen die Brüder Grimm und wissen, wie ein Regenbogen entsteht, während die anderen nicht richtig bis hundert zählen können. Sie müssen in ihrer Verschiedenheit gefördert werden- innerhalb einer Schule für alle. Das heißt, dass sich nicht immer die Schüler der Schule anpassen müssen, sondern die Schule den Schülern. Dass jede und jeder in seinen Schwächen und Stärken besonders gestützt und in der persönlichen Entwicklung befördert wird. Diesem Grundsatz soll die Ausgestaltung des Unterrichts folgen, Lehrerinnen und Lehrer sollen sich als Unterstützerinnen dieses Entwicklungsprozesses verstehen. Für diese Förderung muss Schule neu gedacht werden- 6 mal 45 Minuten jeden Tag, in denen alle das Gleiche hören und denken sind der falsche Weg. Das Lernen muss individualisiert werden- durch Lerngruppen, die lehrend und lernend auch altersübergreifend in freieren Rhythmen arbeiten können. Neben dem Vortrag als Lehrform steht die Arbeit in der jeweiligen Lerngruppe genau so wie Zeiten, in denen sich jeder seine Methode zum Lernen selbst wählen kann. SchülerInnen sollten auch mehr Freiräume bei der Wahl von Unterrichtsinhalten bekommen- neben festen Themenbestandteilen sollen sie die Möglichkeit haben, sich neigungsorientiert beschäftigen zu können. 
 

Können statt Büffeln- Kompetenzen entwickeln

Starres Faktenwissen hilft weder beim Verstehen der Welt noch wird es einer sich verändernden Arbeitswelt gerecht, in der Menschen immer wieder umlernen müssen. Es kommt auf die Fähigkeit und Lust am Wissenserwerb und Kernkompetenzen wie das Verstehen und Einordnen von Zusammenhängen an. Sie bedürfen faktenorientierter Grundlagen, die aber kein Selbstzweck mehr sein dürfen. Dem muss die Pädagogik angepasst werden. 
 

Bildungsstandards statt Lehrpläne- für mehr Autonomie

Für einen veränderten kompetenzorientierten Unterricht ist es nicht notwendig, in einem Plan vorzugeben, in welcher Stunde welche Einheit erzählt werden muss. Vielmehr sollen die inhaltlichen und erzieherischen Ziele auf Bundesebene definiert werden, um dann den Schulen mehr Freiräume zur Gestaltung des Wegs dahin zu geben. PädagogInnen und SchülerInnen können so die Themenkomplexe näher an den Interessen und Förderbedürfnissen der Gruppe behandeln. Dadurch, dass der Austausch über Wahl und Methodik von Themenkomplexen verstärkt wird, wird der Unterricht auch demokratischer. 
 

Prüfungen ja, aber anders

Bei Leistungsüberprüfungen, zum Beispiel Abschlussprüfungen, kann dem entsprechend natürlich auch nicht auf Fakten allein gesetzt werden. Im Interesse der Vergleichbarkeit im Rahmen der bundesweiten Bildungsstandards sind wir für kompetenzorientierte zentrale Prüfungen. Dabei sollte nicht fest gelegt werden, ob das Abitur nach zwölf oder dreizehn Jahren abgelegt werden muss. Wir schlagen eine flexibilisierte Form vor, wie sie in den skandinavischen Ländern Praxis ist: je nach Entwicklungsstand sollen SchülerInnen ihre Abiturprüfungen zwischen dem elften und dem dreizehnten Jahr ablegen. Sie können sich durchaus in der elften schon mal in zum Beispiel Mathe versuchen- und schreiben sie in der zwölften eben noch mal. So wird Druck abgebaut und viel mehr der unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeit von jungen Menschen entsprochen. 
 

Bewerten um zu fördern

Das Ziel von Bewertung ist, SchülerInnen zu zeigen, wo im Lernprozess und Leistungsspektrum sie stehen und Vergleichbarkeit herzustellen. Das können Ziffernoten aber nicht leisten. Sie kommen von Klasse zu Klasse unterschiedlich zustande, betrachten nicht den individuellen Lernerfolg und die individuelle Lerngeschwindigkeit. Die Notenpraxis in Deutschland zielt mehr auf die Note als Bestrafungs- und Druckinstrument denn auf die Unterstützung der SchülerInnen in ihrem Entwicklungsprozess. Bewertung muss als Mittel der Förderung angesehen werden, das die persönlichen Stärken und Schwächen der Einzelnen analysiert und dabei den persönlichen Entwicklungserfolg des Einzelnen betrachtet. Bewertung soll im Austausch zwischen PädagogInnen und SchülerInnen statt finden, in dem beispielsweise Lernpläne aufgestellt werden können.
 

Zeit für mehr- die Ganztagsschule

Junge Menschen verbringen einen wesentlichen Teil ihrer Zeit in der Schule. Sie gewinnt so über den Aspekt des Lernens im engeren Sinne Bedeutung als Entwicklungs- und Lebensort mit Anforderungen an einen solchen. Das in den Nachmittag hinein geöffnete Zeitfenster der Ganztagsschule ermöglicht eine flexiblere Gestaltung der Lernzeiten. Schülerinnen und Schüler können Phasen der Anstrengung und der Erholung stärker ihren altersbedingten und individuellen Möglichkeiten sowie dem jeweiligen Lerngegenstand und situativen Bedingungen anpassen. So kann herkömmlicher Unterricht aufgebrochen und Zeit für individuelle Förderung genutzt werden. Durch Kooperationen mit dem Umfeld kann die Ganztagsschule noch viel mehr zum kulturellen Zentrum des Stadtteils werden. Wir unterstützen die Einrichtung von Ganztagsschulen im ganzen Land, mindestens jedoch einer in jedem Kreis.  

 

III. Schule sind alle

Autonomie, Demokratie und Schulkultur

 

Schule als Gemeinschaftsprojekt

Schule soll von allen gestaltet werden, die in ihr leben: von LehrerInnen so sehr wie von SchülerInnen auch. Entscheidungen müssen gemeinsam getroffen werden: in den Lerngruppen, in den Konferenzen und im einzelnen Gespräch zwischen SchülerInnen und LerhrerInnen. So trägt Schule auch zur Entwicklung der Mündigkeit und Demokratiefähigkeit und damit der Entdeckung von Lust auf Demokratie bei. 

Mehr Verantwortung an die einzelne Schule

Bildungsprozesse sollten dort hauptsächlich geplant werden, wo sie statt finden: an der einzelnen Schule. Wir möchten Schulgemeinschaften die Möglichkeit geben, sich selbst Wege zum Ziel Bildung zu definieren und zu beschreiten. Einheitliche Bildungsstandards und Abschlüsse sollen die Richtschnur sein, an der sich das Schulleben entwickelt. Regelmäßige interne und externe Evaluation soll die Weiterentwicklung des Schulkonzeptes unterstützen. Die Schulen sollen finanzielle und konzeptionelle Freiräume bekommen, die sie entsprechend dem Schulprogramm nutzen.

 

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