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Themen aus der Neustadt (Dresden)

Presseerklärung von Julia Bonk (MdL) und Kristin Hofmann (OBRin Neustadt) 09.11.2011: Zur Freiflächenplanung der Landeshauptstadt in Pieschen und der Äußeren Neustadt

Es ist ein großer Wurf, der der Stadtverwaltung bei der Planung der Flächennutzung an der an der Großenhainer Straße zwischen List- und Harkortstraße gelungen ist: die Entscheidung für eine sozial zu nutzende und damit der Allgemeinheit zu erhaltene Freifläche, trägt zur nachhaltigen Entwicklung des Gemeinwesens in den Stadtteilen in vielfacher Weise ein. So braucht es Stadtgrün, um Erhitzung und Schadstoffbelastung vorzubeugen. Gerade in den dicht besiedelten Flächen auf der Neustädter Seite sind Freiflächen nötig, um jenseits von Café, Einkaufszentrum und Kultureinrichtung Begegnung zu ermöglichen. Die Entscheidung für eine "Stadt-Oase" (so die Bezeichnung des Planungsamtes) verweist auf Alternativen zum fortschreitenden Verbauen der verbliebenen Freiflächen.

In diesem Sinne sehen wir auch die Planungen für die Fläche auf der Louisenstraße 63, für die sich einstmals eine Bürgerinitiative eingesetzt hatte, um sie als Freifläche zu erhalten. Diese als Grünraum nicht zu verbauen und einer vorrangig Hortnutzung zu überlassen, entspricht der Grundhaltung der Flächenerhaltung ebenso. Wir werden dieses Projekt ebenfalls mit Unterstützung und weiteren Vorschlägen begleiten.

Ganz prinzipiell sehen wir in diesen Vorhaben einen Anhaltspunkt und darüber hinaus die Notwendigkeit für ein Umdenken: Flächenentwicklung kann nicht immer vordergründig heißen, sie einer kommerziellen Nutzung zuzuführen, in welcher Form auch immer. Es gehört ebenso zum Gemeinwohl, Freiflächen zu erhalten. Darüber hinaus möchten wir den zuständigen Planerinnen und Planern zwei Punkte mit auf den Weg geben: Stadtteilinitiativen zur Nutzung von Flächen brauchen, wie mehrere Beispiele zeigen, noch mehr Unterstützung beim Auffinden eines geeigneten Raums. Auch in der Stadt Dresden muss das Konzept der Zwischennutzung einer Fläche oder eines Gebäudes, andernorts eine Selbstverständlichkeit, regelmäßiger Anwendung finden.


Julia Bonk/ Kristin Hofmann

 

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„Überall Einkaufzentren, Einkaufzentren.. irgendwann ist ja mal genug!“

 

Die unbebauten Freiflächen in den urbanen Ballungszentren verschwinden zunehmend, Kulturdenkmäler werden in Einkaufsflächen umgewandelt und durch profitträchtige Projekte in vermeintlich attraktiven Citylagen geraten schon bestehende Kulturflächen in Gefahr. Die Dresdner Linksjugend hat zusammen mit der Dresdner Abgeordneten MdL Julia Bonk am 15. April mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion unter dem Titel „Achtung, hier entsteht eine Kaufhalle!“ darauf aufmerksam gemacht. Wir sind mit den EinwohnerInnen der Dresdner Neustadt darüber ins Gespräch gekommen, welche Prioritäten im öffentlichen Raum gesetzt werden sollten. Ganz besonders Augenfällig ist die Situation an der Bautzner Straße, denn hier sind die Baumfällungen bereits abgeschlossen, damit der X-te Supermarkt errichtet werden kann. Damit geht nicht nur eine Freifläche, nicht nur weiteres städtisches Grün verloren, sondern es wurde auch die Chance verpasst ein Konzept für die öffentliche Nutzung der Fläche zu diskutieren und umzusetzen. Dabei ist es ja nicht so, dass die BürgerInnen keine Alternativvorschläge hätten, die Palette reichte bei unserer kleinen Befragung von Kinderspielplätzen, Grünflächen bis hin zum Bike - Park. Die mehrheitliche Meinung fasste eine Passantin im gepflegten Sächsisch mit dem oben zitierten Satz zusammen. Dem haben wir nichts hinzuzufügen.

 

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„Warnung, hier entsteht eine Kaufhalle!“

Aktion am 15.4. von Linksjugend [solid] Dresden und Julia Bonk, MdL

 

Die unbebauten Freiflächen verschwinden, Kulturdenkmäler werden in Einkaufsflächen umgewandelt und mit dem Hafen-City-Projekt geraten schon bestehende Kulturflächen in Gefahr. Wir wollen aufmerksam machen: Achtung, hier entsteht eine Kaufhalle!

 

Damit wollen wir die Diskussion in unserem Gemeinwesen anregen, welche Prioritäten im öffentlichen Raum gesetzt werden sollen. Gerade die Neustadt braucht für Vielfalt und Innovation sowohl grüne und soziale Erholungszonen als auch Platz für nichtkommerzielle Kultur und Gestaltungsräume der BürgerInnen. Wir werden dem Trend, das alles in Büro- und Einkaufsflächen umzuwandeln, widersprechen.

 

Auf der Bautzner Straße 30 sind die Baumfällungen nun abgeschlossen, um dort einen Supermarkt errichten zu können. Damit geht in unmittelbarer Nähe des Lustgartens nicht nur eine Freifläche und städtisches Grün verloren, sondern auch die Chance, die Fläche in ein öffentliches Nutzungskonzept für die soziale Ausgewogenheit der Neustadt einzubeziehen.

 

Das ehemalige DVB-Hochhaus am Albertplatz ist nicht nur ein Baudenkmal der Moderne. Den Plan, dort ein Studentenwohnheim einzurichten, hätten wir sehr begrüßt, denn dies wäre eine Bereicherung für die Stadt und den Stadtteil gewesen. Die Investorensituation ist dort weiterhin unklar. Den Plänen, ein Einkaufszentrum und Büroräume darin einzurichten, widersprechen wir deutlich. Die Stadt hat genug Einkaufsmöglichkeiten! Es ist auch zu berücksichtigen, wie sich dies auf die gewachsene, vielfältige Ladenstruktur der Neustadt auswirken wird – wieder kann Vielfalt verloren gehen. Bei den Umbauplänen soll sogar der stadtgeschichtlich bedeutsame Brunnen am Gebäude entfernt werden.

 

Der Bau der Hafencity sieht die Neugestaltung weiter Flächen mit vor, dabei auch des Wagenplatzes und der Ausstellungshalle unterhalb des Puschkinplatz. Dies ist aber ein Ort, wo KünstlerInnen ohne hohe finanzielle Aufwendungen Ausstellungen organisieren und kulturelle Veranstaltungen statt finden können. Wir meinen, dass in zukünftige Planungen bestehende Strukturen eingebunden werden müssen. Kein Abriss der Kulturräume am Puschkinplatz!

 

Darum haben wir am 15.4.2010 nacheinander diese Orte besucht, um dort gemeinsam unseren Protest auszudrücken.